Bürgergespräch März 2014 – Nahwärmenetz Neuerkirch

Auf einem sehr gut besuchten Bürgergespräch wurden die Weichen für
eine Installation eines Nahwärmenetzes für die Ortsgemeinde Neuerkirch gestellt. Mehr als 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger wurden von Gerhard Wust vom Energiebetrieb Region Simmern (ERS) über das Angebot des Kommunalbetriebs informiert.

Bürgespräch_März_14

Auf Grund von Anregungen der Ökogruppe und des Gemeinderates Neuerkirch, bietet der ERS den Haushalten eine auf regional erzeugten Hackschnitzel basierten zentralen Nahwärmeversorgung an. Realisiert werden kann das Projekt kurzfristig 2014 und 2015. Den Standort des Heizwerks legt der Gemeinderat nach fachlicher Rücksprache mit dem Betreiber fest. Es wird geplant, die Wärmeleitungen im wesentlichen durch die Bürgersteige zu verlegen. Im Gegensatz zu Wasser und Abwasser besteht bei der Wärme kein Anschluss- und Benutzerzwang. Der Gemeinderat hat Anfang des Jahres eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie beim Ingenieuerbüro ibs Energie in Stromberg in Auftrag gegeben. Dipl-Ing. Ulrich Schäfer hat auf Basis der Daten einer 2013 erfolgten Bürgerbefragung vier alternative Energieversorgungsmöglichkeiten verglichen.

IBS_Stromberg

Heraus kam, dass bei ca. 65 angeschlossenen Häusern die Wirtschaftlichkeitsschwelle für eine hackschnitzelbasierte Nähwärmversorgung erreicht wird. Die ca. 65 Abnehmer sind mindestens notwendig, um auch eine Schwelle von höchstens 25% des Netzverlustes zu erreichen, die für einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage notwendig sind. Innerhalb von 20 Jahren können die Neuerkircher Nahwärmenutzer ca. 1,1 Mio. Euro Kosten gegenüber einer dezentralen Versorgung über Heizöl sparen, so Ulrich Schäfer.

Nahwärmenetz Neuerkirch_2014

Je mehr Haushalte sich am Nahwärmenetz beteiligen, desto weniger Netzverluste treten auf, desto wirtschaftlicher und kostengünstiger arbeitet das Netz. Die untersuchte Alternative einer solarthermischen Unterstützung des hackschnitzelbasierten Nahwärmenetzes ist etwas teuerer, rechnet sich aber bei steigenden Hackschnitzelpreisen langfristig. Zusammenfassend stellte Herr Schäfer fest, dass ein Nahwärmenetz machbar und eine sehr gute Investition für die Zukunft bedeutet. Wichtig ist, dass möglichst viele Neuerkircher Haushalte sich entschließen, sich anschließen zu lassen. Wichtig ist eine positive Werbung für das Projekt. Der Gemeinderat und die Ökogruppe werden kurzfristig weitere Informationen zu den Details der Nahwärmeversorgung an die Bürgerinnen und Bürger weiter leiten. Eine weitere Informationsveranstaltung zum Nahwärmenetz soll noch vor Ostern statt finden. Der Leiter des Energiebetriebes Region Simmern Gerhard Wust soll dann ein konkretes Vertragsangebot, basierend auf den avisierten 65 Netzteilnehmern mit genauen Preisen und Laufzeiten, vorstellen. Der Gemeinderat arbeitet gleichzeitig an einer Fördersatzung für den Anschluss und die Installation von Heizanlagen mit regenerativen Energien. Haushalte die nicht ans Nahwärmenetz angeschlossen werden können oder wollen, sollen ebenfalls die Möglichkeit einer Förderung beim Einsatz von regenerativen Energieträgern (z.B. Holzscheid- oder Pelletbrenner, Erd- oder Luftwärmepumpe) erhalten. Interessierte Nahwärmekunden können schon jetzt Ihr Interesse bei Ortsbürgermeister Volker Wichter bekunden: 06761-906223 oder wichter.vo@freenet.de

Text: Markus Braun

Fotos: Tamara Schlaupitz

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